ESSEN – In ganz Europa hat „pro NRW“-Chef Markus Beisicht einen Trend nach rechts ausgemacht. Ein „freiheitliches Projekt“ – so nennt er seine Spielart der extremen Rechten – sei „mehrheitsfähig“, auch in NRW, meint er. Wer freilich wissen will, warum es in Deutschland nichts werden wird mit Beisichts Projekt und seiner real existierenden Partei „pro NRW“, der ist an diesem Samstagmittag in Essen-Kray beim Start der „Freiheit statt Islam“-Tournee* der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ gut aufgehoben. Zu beobachten ist aber auch, warum die Partei dennoch nicht zu unterschätzen ist. Nicht weil ihre Vertreter demnächst im Landtag sitzen werden – davon ist die extrem rechte Partei meilenweit entfernt –, sondern weil sie mit ihren kulturrassistischen Parolen das friedliche Zusammenleben im Lande in Gefahr bringt.
Die Polizei hat am Samstagmorgen die kleine Straße „Tempelhof“ gegenüber dem Bahnhof Kray-Nord abgesperrt. Eigentlich nicht viel Platz für den groß angekündigten Auftakt der Wahlkampftour, für den „pro NRW“-Generalsekretär Markus Wiener gar „die europäische Führungsspitze der freiheitlichen, islamkritischen Bewegung“ angekündigt hat. Doch auch dieses kleine Areal soll sich schließlich als deutlich zu groß erweisen, als später das Kundgebungsvolk von „pro NRW“ per Bus anreist.